Stimmen

Axel Neumann

Axel Neumann

Künstler

Ich finde die Initiative von Frau Horn hervorragend. Die Bedeutung von Schule kann doch gar nicht hoch genug eingeschätzt werden! In der Schule wird unsere Zukunft gestaltet. Und seien wir mal ehrlich: Noch weiß niemand, was für Qualifikationen in der Zukunft benötigt werden. Die Rettung des Klimas, der leergefegte Arbeitsmarkt, der uns mit der Einführung der künstlichen Intelligenz blühen wird, die Lösung der Migrationsfrage, etc. Mit was für Kompetenzen können so elementare Herausforderungen bewältigt werden? Ich vermute, dass es die Fähigkeiten sein werden, die in den musischen Fächern vermittelt werden. Nicht nur ich halte es für einen fatalen Fehler, dass gerade diese Fächer als Erstes weggestrichen werden. Hören Sie sich Prof. Harald Leschs Wutrede über unser Schulsystem an. Er spricht mir aus dem Herzen und bringt es faktenbasiert und vernünftig auf den Punkt. Es kann nicht sein, dass Schulen zu Orten trivialisiert werden, in denen im Eiltempo normiertes Humankapital für den Arbeitsmarkt abgerichtet wird. Schulen sind Orte für Potenzialentfaltung. Hier sollten wir Kinder zu dem werden lassen, wozu sie auf der Welt sind, nämlich zu Menschen. Die Kinder sollen ihre Persönlichkeiten herausbilden dürfen und ein Gespür dafür bekommen, wo unserer Spezies auch Grenzen gesetzt ist. Nur so werden sie später ihren Beitrag leisten können, heilsame Entwicklungen in der Gesellschaft anzustoßen und zu entwickeln. Diese Menschwerdung passiert im Kunst- Musik und Sportunterricht. Wo die Kinder sich selber im Handeln erfahren und wahrnehmen können. Eliteschulen im Ausland haben das schon längst verstanden. Dort wird die Theater AG genauso ernst genommen wie Mathematikunterricht. Das sind doch die Projekte in denen die Schüler zu charakterstarken und reflektierenden Menschen heranreifen. Das wäre sinnvolles Zukunftsinvestment. Nur Persönlichkeiten sind in der Lage sich über die ewig gestrige Profitmaximierungsideologie hinweg zu setzen und kreative Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Warum sollen nicht die Kulturschaffenden, die eine pädagogische Berufung in sich vernehmen, musische Fächer als Quereinsteiger unterrichten? Da können sich wunderbare neue Perspektiven öffnen. Und die jetzigen Lehrer werden entlastet. Womit auch die gefährliche Frustspirale unterbrochen wird. Wie soll denn ein überarbeiteter und enttäuschter Lehrer noch die Kraft aufbringen, den berühmten Funken in den Kindern zu entzünden?

Zum Schluss möchte ich gerne noch einmal Lesch zitieren: „Wenn ich einen Außerirdischen treffen würde, dann würde ich ihn doch nicht nach den Naturgesetzen fragen – das sind ja die Gleichen wie bei uns. Ich würde ihn fragen, was malt ihr für Bilder, was hört ihr für Musik, welche Märchen erzählt ihr euren Kindern und an was für Götter glaubt ihr? Was ist eure Kultur? Was ist Euer Beitrag zu dem, was in diesem Universum stattfindet?“


Wie recht er doch hat!

www.axelneumann.com

Brief von Frau Dr.Eisenmann, Kultusministerium Baden-Württemberg

Mathias Heybrock

Journalist

„Ich finde, das klingt toll, was ihr da organisiert habt. Gleich das erste Türchen rannte bei mir offene Türen ein, weil ich kürzlich selbst überlegte, ob ich, im Quereinstieg, Lehrer werden könnte. Ich dachte, ich hab pädagogische Kompetenz und Lebenserfahrung, ich würde es gern und bestimmt auch gut machen und es werden Lehrer gesucht. Und fachlich sollte es auch kein Problem geben.

Das sieht das RP allerdings anders, akzeptiert mein Magister-Studium D/Geschichte nicht. Ich hätte also noch einmal ganz neu studieren müssen und darauf hoffen müssen, dass ich zügig durchkomme. Drei Jahre aber hätte es wohl doch gedauert, mit Praxis/Anerkennungsjahr vier – das wollte ich dann nicht 🙂

Das Zulassungsverfahren ist also (auch) in meinen Augen sehr bürokratisch, wenig zielführend bei der Auswahl der geeigneten Personen.

Deswegen: Viel Erfolg, auch an den weiteren Tagen!!